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Windpark Altenholz

In der Gemeindevertreterversammlung vom 03.11.2025 wurde die Einleitung einer Änderung des Flächennutzungsplans sowie der Aufstellung eines Bebauungsplans zur Ausweisung einer Sonderfläche für Windenergieanlagen beschlossen. Obwohl das Land Schleswig-Holstein die Fläche nach eingehender Prüfung nicht als Vorranggebiet für Windenergieanlagen eingestuft hat, hat sich die Gemeinde Altenholz auf Wunsch des Investors in die Planungsphase begeben. Der Bau eines Windparks in Altenholz würde massive Eingriffe in die Natur und die Lebensqualität in Altenholz bedeuten.

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Die Karte zeigt die geplanten Standorte der Windkraftanlagen im Windpark sowie die Abstände zur Wohnbebauung.

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​Das Bild zeigt eine Visualisierung von möglichen Standorten von zwei der geplanten Windenergieanlagen am Kubitzberg (KI-generiert, maßstabsgetreu).

Auswirkungen und Risiken

Energiewende verantwortungsvoll

Wir unterstützen Windenergie. Sie ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Doch auch gute Ideen brauchen passende Orte.

Das geplante Windparkgebiet wurde vom Land nicht als Vorranggebiet ausgewiesen. Die Regionalplanung nennt dafür klare Gründe - und trotzdem soll hier ein Windpark entstehen, getrieben von Investoreninteressen. Dabei wird der Stromverbrauch der Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner schon heute zu 180% durch erneuerbare Energien gedeckt.

Wir sagen: Energiewende ja - aber mit Augenmaß, Transparenz und Respekt vor Mensch und Natur.

Naherholung & Naturschutz

Die Wälder, Wiesen und Felder rund um Altenholz sind ein wichtiger Ort der Ruhe und Erholung. Durch über 200 m hohe Windkraftanlagen würde diese natürliche Landschaft dauerhaft verändert. Das Landschaftsbild und die Lebensqualität würden spürbar beeinträchtigt.

Anwohner wären dauerhaft visuellen und akustischen Belastungen ausgesetzt.

 

Geschützte Arten wie Rotmilan, Greifvögel, Fledermäuse und Zugvögel verlieren wertvolle Lebensräume im Grüngürtel.

Gesundheitsrisiken

Lärm und Vibrationen der Anlagen können Schlaf stören und Stress, Konzentrationsprobleme sowie langfristig gesundheitliche Belastungen verursachen.

Auch der Schlagschatten kann in Wohnräumen zu Unwohlsein und visuellen Beeinträchtigungen führen - besonders für Kinder, ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen.

Steuergelder / Kosten

Das Bauleitverfahren verursacht hohe, vermeidbare Kosten und bindet nach Aussage der Gemeinde seit Beginn mindestens eine Vollzeitstelle in der Gemeindeverwaltung. Dadurch stehen weniger Ressourcen für die Verwaltung zur Verfügung.
 

Windkraftanlagen verursachen hohe Anfangskosten und Abschreibungen, die den steuerlichen Gewinn jahrelang mindern. Dadurch fällt keine oder nur kaum Gewerbesteuer an. Für die Gemeinde bedeutet das: nahezu keine Einnahmen, trotz voller Belastung für unseren Ort.

Bürgerbegehren

Wir wenden uns gegen den Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans sowie der Aufstellung des Bebauungsplans zur Ausweisung einer Sonderbaufläche für Windenergieanlagen. Dagegen wenden wir uns mit einem Bürgerbegehren nach §16g der Gemeindeordnung Schleswig-Holstein. Nach Auffassung der Initiatoren ist die Fortführung dieses Bauleitplanverfahrens nicht sachgerecht. Teile der vorgesehenen Fläche wurden im aktuellen Regionalplan Wind von 2020 und den Entwürfen der Planungsräume I, II & III aus Juli 2025 des Landes Schleswig-Holstein auf Grund siedlungsstrukturellen, militärischen sowie artenschutzrechtlichen Gründen nicht als Windvorranggebiete ausgewiesen. Die Initiatoren sind der Auffassung, dass die Gemeinde diese landesplanerische Bewertung berücksichtigen und ihre planerischen sowie finanziellen Ressourcen auf Vorhaben konzentrieren sollte, bei denen keine absehbaren Nutzungskonflikte bestehen.

Im Laufe des Bürgerbegehrens informierte die Bürgerinitiative "Gegenwind Altenholz" durch Flyer, Infostände und sammelte dabei Unterschriften zur Unterstützung des Bürgerbegehrens. Am 30.1. wurden die gesammelten Unterschriften der Gemeindeverwaltung Altenholz übergeben. 

Bürgerbegehren erfolgreich!

Die Bürgerinitiative Gegenwind Altenholz hat ihre Unterschriftensammlung erfolgreich abgeschlossen. Die Kommunalaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde hat das Bürgerbegehren für zulässig erklärt. Nach der offiziellen Auszählung wurden 2.542 Unterschriften gesammelt und damit das notwendige Quorum von mindestens 15 Prozent der stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner sogar doppelt übertroffen. Insgesamt haben 31% der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger von Altenholz unser Bürgerbegehren unterstützt.

Dieses Ergebnis ist ein deutliches Signal aus der Bevölkerung: Viele Menschen in Altenholz wünschen sich Transparenz, frühzeitige Information und echte Mitsprache bei wichtigen kommunalen Entscheidungen.

 

Dennoch folgte die Gemeindevertretung in der Sitzung am 18.3. nicht dem Ansinnen des Bürgerbegehrens. Deshalb folgt jetzt ein Bürgerentscheid am 31.5.

Wofür wir stehen

Die Bürgerinitiative stellt ausdrücklich klar, dass sie erneuerbare Energien und den Ausbau der Windkraft grundsätzlich unterstützt. Unser Engagement richtet sich nicht gegen Windenergie an sich, sondern gegen die geplante Nutzung dieser konkreten Fläche. Aus unserer Sicht fehlt bislang eine nachvollziehbare und transparente Abwägung aller betroffenen Interessen – der Anwohnerinnen und Anwohner, der Gemeinde, des Grundstückseigentümers und des Investors. Wir setzen uns für ein faires Verfahren ein, das auf klaren Fakten und offener Kommunikation basiert.

Unser Dank an die Bevölkerung

Unser besonderer Dank gilt allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den ortsansässigen Gewerbetreibenden, die unterschrieben, gespendet, Unterschriftenlisten ausgelegt oder aktiv beim Sammeln unterstützt haben. Ohne dieses breite Engagement wäre das Erreichen des Quorums nicht möglich gewesen. Die große Beteiligung zeigt, wie lebendig demokratische Mitwirkung in Altenholz ist.

FAQ

Wer entscheidet in Schleswig-Holstein, wo Windräder stehen dürfen?

Die grundsätzliche räumliche Steuerung der Windenergie erfolgt durch das Land Schleswig-Holstein über den Landesentwicklungsplan (LEP SH) und die Regionalpläne. Die Gemeinde können auf eigenen begründeten Wunsch in bestimmten Fällen eigene Flächen ausweisen.

Ist das Bürgerbegehren grundsätzlich gegen Windenergie?

Nein. Das Bürgerbegehren richtet sich nicht gegen Windenergie an sich, sondern gegen einen konkreten Standort, der im Rahmen der Landesplanung geprüft, aber nicht als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen wurde.

Was ist ein Vorranggebiet für die Windenergienutzung?

Ein Vorranggebiet für die Windenergienutzung ist ein Gebiet, das im Regionalplan festgelegt wird. In diesen Gebieten hat die Windenergie Vorrang vor anderen Nutzungen. Außerhalb dieser Gebiete ist Windenergie raumordnerisch ausgeschlossen.

Was ist eine Potenzialfläche?

Eine Potenzialfläche ist eine Fläche, die keine harten Ausschlusskriterien aufweist, grundsätzlich geprüft wird, aber kein Baurecht begründet. Potenzialflächen sind ein Arbeitsinstrument der Planung und keine politische oder rechtliche Festlegung.

Warum werden nicht alle Potenzialflächen zu Vorranggebieten?

Nur geeignete Flächen werden als Vorranggebiete ausgewiesen. Kriterien: vergleichsweise wenige Konflikte, wirtschaftlich sinnvoll nutzbar, um zusammen das Flächenziel von Bund und Land erreichen

Wurde die Fläche in Altenholz überhaupt geprüft?

Ja. Die betreffende Fläche wurde im aktuellen Regionalplan-Entwurf (2025) als Potenzialfläche geprüft. Die Bewertung ist im Datenblatt PR2_RDE_122 dokumentiert. Die Fläche wurde nicht als Vorranggebiet ausgewiesen.
Auch im aktuell gültigen Regionalplan 2020 wurde die Fläche betrachtet und aus nahezu den selben Gründen nicht als Vorranggebiet ausgewiesen.
Die Gemeinde will hier dennoch Windräder aufstellen.

Warum wurde die Fläche nicht als Vorranggebiet ausgewiesen?

Die Landesplanungsbehörden haben mehrere Konfliktbereiche festgestellt. Auf dieser Grundlage wurde entschieden, dass die Fläche nicht zu den vergleichsweise geeigneten Flächen gehört. Insbesondere wurde das hohe Konfliktpotential gegenüber Belangen des Naturschutzes, der Siedlungsnähe sowie Nähe zu militärischen Bereichen festgestellt. 

Ist der Regionalplan von 2025 bereits gültig?

Nein. Derzeit sind noch die Regionalpläne aus dem Jahr 2020 rechtskräftig. Die im Juli 2025 veröffentlichten Pläne sind Entwürfe und sollen die alten Pläne künftig ersetzen.

Warum ist die Entscheidung des Landes für das Bürgerbegehren wichtig?

Weil das Land festgestellt hat, dass die Fläche geprüft wurde, aber nicht als Vorranggebiet geeignet ist. Das Bürgerbegehren greift diese Bewertung auf.

Wo kann man die Planungsunterlagen einsehen?

Die Regionalplan-Entwürfe und zugehörigen Datenblätter (z. B. PR2_RDE_122) sind öffentlich zugänglich über die Landesplanung Schleswig-Holstein.

Wie ist der aktuelle Planungsstand?

Für das geplante Windparkgebiet liegen bislang keine abschließenden Gutachten und keine Stellungnahmen der zuständigen Behörden vor. Dennoch wurden bereits weitreichende planungsrechtliche Schritte eingeleitet.

Was ist bisher problematisch verlaufen?

Ein in der Gemeindevertretersitzung vom 9.4.2025 beschlossener Auftrag zur Einholung unabhängiger Gutachten wurde in der Sitzung vom 3.11.2025 wieder aufgehoben, obwohl diese Gutachten als Entscheidungsgrundlage vorgesehen waren. Zudem wurden bislang weder Träger öffentlicher Belange frühzeitig beteiligt noch zentrale Fragen der Bürgerinnen und Bürger inhaltlich beantwortet. Dadurch fehlt eine belastbare Entscheidungsgrundlage für ein Projekt in dieser Tragweite.

Warum ein Bürgerbegehren jetzt?

Nach dem maßgeblichen Beschluss der Gemeindevertretung vom 03.11.2025 bleibt nur wenig Zeit, um ein Bürgerbegehren einzureichen, da die Fristen nach der Gemeindeordnung sehr kurz sind. Ohne Bürgerbegehren könnten weitere Entscheidungen künftig in kleineren Gremien getroffen werde - bevor alle notwendigen Gutachten und Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange vorliegen. Wir möchten sicherstellen, dass die Bürgerinnen und Bürger von Altenholz umfassend informiert sind, alle Argumente insbesondere auch die der Träger öffentlicher Belange in die Abwägung einfließen und die Entscheidung auf einer breiten demokratischen Grundlage getroffen wird. Ein Bürgerentscheid gibt allen Betroffenen die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten, bevor Fakten geschaffen werden, die später kaum noch zu ändern sind.

Maike Melson, Sebastian Heesch 
beide wohnhaft in Altenholz-Klausdorf
über Rechtsanwalt Marcel Matt
c/o Rechtskontor
Dr. Schott & Kollegen
Hoheluftchaussee 95
20253 Hamburg

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